175 Jahre Gesang: Männergesangverein – zwischen Tradition und Moderne

    Als ein fester Bestandteil gehört der Männergesangverein schon seit 175 Jahren zum kulturellen Leben von Hüls dazu. Die 29 Sänger des Männerchores feierten am 29. September in der Kirche St. Cyriakus zusammen mit den Mainzern Hofsängern und zahlreichen Gästen die vielen Jahre des Vereinsbestehens. Trotz aller Freude über die weitreichende Tradition und Historie hat der Gesangsverein auch einen Grund zur Sorge: Es lässt sich schwer musikalischen Nachwuchs finden.

    Am Anfang der Vereinshistorie standen 16 junge, musikbegeisterte Männer, die am 25. Februar 1844 in der Gaststätte „Zur Post“, dem heutigen Santa Lucia, den Männergesangverein Hüls gründeten. Es dauerte weitere acht Jahre, bis der Gesangsverein sein Debüt hatte. Bei einem Wohltätigkeitskonzert sangen die Chormitglieder dann erstmalig öffentlich. Während der wohltätigen Veranstaltung kam die damalige stolze Summe von 72 Thaler zusammen. Im Laufe der Jahre kamen immer wieder neue Mitglieder und Chorleiter dazu oder verließen den Verein, doch die männliche Geselligkeit und Kameradschaft blieb all die Jahre hindurch bis heute bestehen.

    Anno 2019 konnte der Männerchor seinen 175-jährigen Geburtstag groß feiern. Zum Jubiläumskonzert des Vereines fanden sich zahlreiche Gäste ein. Neben musikalischen Darbietungen des Männergesangvereins gehörten auch die Mainzer Hofsänger zum dargebotenen Musikprogramm. „Mit dem Auftritt der Mainzer Hofsänger haben wir uns auch ein wenig selbst beschenkt“, sagt der erste Vorsitzende des Gesangvereins, Peter Rumohr. Abseits der großen Konzerte ist der Männergesangverein in Hüls beim Adventssingen im Altersheim am Beckshof, an zahlreichen Gold- und Diamantenhochzeiten sowie Geburtstagen anzutreffen.

    Vor allem die Geselligkeit wird bei den Musikbegeisterten großgeschrieben. So unternimmt der Chor durchgängig zahlreiche Reisen. „Wir sind unter anderem schon nach Österreich und in die Pfalz gefahren. Einer meiner persönlichen Höhepunkte war die Fahrt nach Dresden, wo wir in der Frauenkirche vor zahlreichen Touristen singen durften“, erzählt der 60 Jährige.

    Doch der Männergesangverein hat große Nachwuchsprobleme und der momentane Altersdurchschnitt der Mitglieder ist sehr hoch. Mit diesen Problemen steht der Hülser Männergesangverein nicht allein, sondern viele Chöre dieser Art haben mit solchen Herausforderungen zu kämpfen. Dabei ist nicht selten die Existenz des jeweiligen Männerchores bedroht. „Als ich 1989 eintrat, waren wir noch an die 50 Sänger. Heute hat der Verein nur noch 29 Sänger. Die Interessen innerhalb der Gesellschaft haben sich einfach verändert. Heutzutage hört man lieber Musik, statt sie selbst zu machen“, erklärt der erste Vorsitzende, Peter Rumohr. Dabei versucht der Männergesangverein vieles, um neue Mitglieder zu werben. Neben der generellen Offenheit für Interessierte erweiterten die gesangliebende Männertruppe zunehmend ihr musikalisches Repertoire. Abseits traditioneller Kirchenstücke singen die Musikbegeisterten auch Musical- und Filmlieder wie „Der Kreis des Lebens“ aus dem weltberühmten Streifen „König der Löwen“.

    Interessierte Jugendliche und Männer können mit dem Verein über dessen Internetseite www.mgv-huels.de in Kontakt treten. Es gibt keine Voraussetzungen für die Teilnahme an den Gesangsstunden. Nach einer vierwöchigen gegenseitigen Kennlernphase werden Neumitglieder in den Verein aufgenommen. (JDD)