60 Jahre Eisdiele Fontanella

    Die Außentische an der Ecke Hochstraße/ Kirchstraße sind ein regelrechter In-Treffpunkt in der Apfelstadt. Man sitzt und plaudert, genießt das leckere Eis der Gelati-Macher aus den Dolomiten oder schlürft seinen Cappuccino oder Espresso. Und das seit sechs Jahrzehnten, denn in diesen Tagen kann die Familie von Pierpaolo Fontanella und seiner Frau Marisa Valenti ein stolzes Jubiläum feiern: Im Jahre 1960 gründete die Familie Fontanella, Pierpaolos Eltern, in St. Tönis ihre Eisdiele, also vor exakt 60 Jahren! Seitdem verwöhnen die Italiener, die aus der Region der Eismacher, den schönen Dolomiten, stammen, die Apfelstädter mit ihren so hervorragend mundenden Eissorten, von denen es sage und schreibe 25 unterschiedliche Sorten gibt. Die meistgefragten sind derzeit immer noch die Sorten Vanille und Stracciatella. Zwei Generationen haben in St. Tönis schon Eis zubereitet, die dritte steht in den Startlöchern und hilft schon mit: die beiden Söhne Ronny und Aaron.

    In der Pandemie hatten auch die Fontanellas so ihre Probleme: Sie öffneten ihren Eissalon am 1. Februar, machten am 18.März wieder zu und am 5. April wieder auf. Marisa Valenti wurde in Italien von der Krise überrascht, musste wochenlang in Italien ausharren und konnte nicht nach Deutschland reisen. Erkrankungen gab es aber in ihrem Heimatort keine, anders als in anderen Regionen Italiens.

    Neben der Eisdiele an der Hochstraße gibt es noch eine Filiale an der Schulstraße, die beide je nach Witterung neun bis zehn von zwölf Monaten geöffnet sind, und das von 7 Uhr in der Früh bis 22 Uhr. Seit 2003 sind die derzeitigen Betreiber im Geschäft tätig. Und der Strom derer, die sich ein Hörnchen durch das Verkaufsfenster reichen lassen oder sich nach einer Wanderung oder einer Radtour entspannt zu einem Eisbecher niederlassen, reißt einfach nicht ab. Das schöne Wetter der letzten Wochen hilft da dem Eisgeschäft naturgemäß kräftig nach. Zu tun gibt es in den vielen Stunden täglich und über Monate immer genug, insgesamt sind sechs Mitarbeiter und Familienmitglieder im Einsatz für die kalte Erfrischung.

    Wenn sie mal selbst Urlaub machen können, fahren die Fontanellas in das Heimattal des Val di Zoldo, rund 40 km entfernt von dem berühmten und populären Wintersportort Cortina d` Ampezzo.  Einige Wochen zum Durchschnaufen, obwohl es in Haus und Garten auch dort immer etwas zu tun gibt, dann geht es zurück an den Niederrhein zum Zubereiten der leckeren kalten Erfrischungen. Dann wird es für die Familie wieder Zeit das zu gestalten, was sie mit Leib und Seele und großem Können seit sechs Jahrzehnten so erfolgreich tun.

    Hergestellt wird das Eis in St. Tönis vom Chef selbst, der in seinem Eissalon auch ein „Laboratorio di Gelato“, also ein regelrechtes Eislabor, zum Ausprobieren neuer Sorten betreibt, während seine Frau für das Personal, das Finanzielle und Geschäftliche zuständig ist. Fontanella probiert auch immer wieder neue Geschmacksrichtungen aus. Lecker und besonders exotisch momentan: ein Litschi-Eis. Weitere Familienmitglieder führen ebenfalls Eiscafés in anderen Orten Deutschlands, alle erfolgreich. Weil die Italiener nun mal das beste Eis der Welt bereiten? Pierpaolo Fontanella lacht und möchte nicht widersprechen. Wir auch nicht. (jk-)

     

    Foto

    Marisa Valenti und Pierpaolo Fontanella mit ihrer Mitarbeiterin Marina Stallo (l.) in ihrem Eissalon