Als Familie im Kempener Stadtrat

    Nach der Wahl am 13. September gab es gleich viermal Grund, im Hause Straeten die Sektflaschen knallen zu lassen, denn es ist schon eine Besonderheit – nicht nur in Kempen – wenn gleich vier Familienmitglieder in den Stadtrat gewählt worden sind. So dürfen sich Joachim, Ute, Sohn Janek und Schwiegertochter Paula Straeten darüber freuen, nicht nur die Interessen ihrer Partei „Die Grünen“ weiterhin zu vertreten sondern zum Wohle aller Kempener zukunftsweisende Entscheidungen zu treffen.

    Um es vorweg zu nehmen: Der bekannte „Kemp´sche Klüngel“ ist hier fehl am Platz und steht an dieser Stelle nicht zur Debatte. „Wir sind vier einzelne Persönlichkeiten und sind nicht aufgrund unserer Verwandtschaft und des gemeinsamen Namens aufgestellt und gewählt worden“, so Fraktionsvorsitzender Joachim Straeten (61), der seit 2004 aktiv bei den Grünen sowie seit 2009 als Stadtverordneter dabei ist. „Bei unserer Arbeit zählt ausschließlich die Kompetenz, die Frauenquote und dass wir eine große Altersstruktur dabei haben – junge Menschen, die von den alten, erfahrenen Mitgliedern lernen und sich mit Freude und Elan für unsere Ziele einsetzen“.

    „Anfangs kam es in der Außenwirkung anders an, da wurde tatsächlich gemunkelt, dass wir als Familie eine gewisse Machtstellung innerhalb der Partei und unserer Ämter ausüben wollen. Durch viele Gespräche und Belegung von Tatsachen konnten wir diese Gerüchte schnell eliminieren. Uns kommt es auf die Kompetenz an, jeder von uns hat sein eigenes Fachgebiet, in dem er sich gut auskennt und dieses Wissen entsprechend bei der politischen Arbeit anbringen kann – da zählt kein Name“, ergänzt Janek Straeten (29), der beruflich als Gruppenleiter im Kempener „Annenhof“ tätig ist und so entsprechende Kenntnisse im Jugend- und Sozialbereich hat, die er in seiner zukünftigen Rolle des Stadtverordneten entsprechend einbringen kann. Janek selbst wuchs in die Rolle des Kommunalpolitikers langsam hinein. „Es war eine spannende Zeit, zu lernen und zu erkennen, dass die eigentlichen Dinge hier vor Ort entschieden werden und ich diese mit beeinflussen kann“.

    Dabei munkelt er selber, dass sein politischer Weg schon bei einem Treffen als kleiner Junge quasi geebnet wurde: Bei einem Stadtfest, bei dem Papa Joachim am Kuhtor als Mitglied der bekannten Band „Kalumet“ auf der Bühne einen Auftritt gab, war der damals Vierjährige plötzlich verschwunden. Nach einiger Zeit des Suchens wurde er glücklich und zufrieden vor dem Rathaus auf dem Schoß des damaligen Bürgermeisters, Karl-Heinz Hermans, sitzend, wiedergefunden. „Der Altbürgermeister erzählte mir allerlei über das schöne Kempen und ich habe gar nicht gemerkt, dass ich woanders war und sich so viele Menschen Sorgen um mich gemacht hatten“, so Janek schmunzelnd.

    Ute Straeten (54), die wie ihr Mann im Führungsbereich der Bundesagentur für Arbeit im Jobcenter tätig ist, gibt ehrlich zu, dass es zuhause auch schon mal laut wird. „Wir sind nicht immer einer politischen Meinung und es gibt daher kontroverse Diskussionen, jeder hat seine eigene Blickrichtung, seine Erfahrung und sein Themengebiet. Aber am Ende des Tages sind die Wogen geglättet. Wir können privates mit beruflichen und politischen Themen strikt trennen“, so die stolze Großmutter einer Enkeltochter.

    Schwiegertochter Paula Straeten (24) kann die Aussagen der drei nur bestätigen. Die begeisterte Reiterin studiert Sonderpädagogik auf Lehramt und kann ihr Fachwissen ebenfalls in Ihr Engagement einbringen. „Durch Janek und meine Schwiegereltern bin ich im Jahre 2016 in die Politik reingerutscht, ich habe immer Gesprächen zugehört und irgendwie wurde mein Interesse geweckt, selbst dabei zu sein und mitzuwirken. Mittlerweile bin ich richtig fasziniert, was man – auch als junger Mensch – in der Kommunalpolitik alles erreichen kann“.

    An dieser Stelle kann man der sehr sympathischen Familie für ihr politisches Engagement und die Arbeit im Stadtrat viel Glück und Erfolg wünschen. (js)

    BU: Janek, Paula, Ute und Joachim Straeten. Foto: Jörn Schulte