Die fünfte Jahreszeit: „Kempsche Jecke trecke“ – Rosenmontagszug

    Mit dem 11.11. hat gerade die närrische Session begonnen, die richtige Stimmung kommt wohl allerdings erst nach der Weihnachtszeit auf, es sei denn, man ist ein hartgesonnener „Jeck“ – oder Zugleiter und Organisator des Kempener Karnevalszuges.

    In Kempen kennt man ihn noch als Prinz Theo I. Balters aus den Jahren 2007 bis 2009 als er das närrische Volk in Kempen mit seiner Prinzessin Karin I. anführte. Doch um im KKV und dem Karnevalsgeschehen aktiv dabei zu bleiben, hat Theo Balters die Organisation des Karnevalszuges übernommen. Schon im Frühjahr dieses Jahres begannen die Vorbereitungen für den Rosenmontagszug, welcher am 24. Februar 2020 stattfinden wird. Als wichtigsten Punkt bezeichnet Theo Balters die Planung des Zugweges durch das Kempener Stadtgebiet sowie damit verbundene Auflagen in Bezug auf Sicherheitsthemen und der Evakuierungspläne im Notfall.

    „Zusammen mit den Verantwortlichen aus dem Rathaus, Feuerwehr, Polizei, DRK und dem engagierten Sicherheitsdienst haben wir uns bereits im Sommer getroffen, das Konzept ausgearbeitet und immer wieder verfeinert. Dabei steht uns mit Thomas Härtel ein Sicherheitsfachmann zur Seite, der sich bestens auskennt und die Planungen des Zuges an die Vorgaben angleicht. Diese werden von Jahr zu Jahr strenger“ so Balters. Neben Barrieren muss  an viele weitere Kleinigkeiten gedacht werden, so sollen beispielsweise zukünftig mehr WC-Anlagen und Müllcontainer aufgestellt werden.

    Auch die Musikkapellen wurden bereits früh im Jahr angefragt und im Sommer dann gebucht. Stolz erzählt Theo Balters: „Da sind einige Musikgruppen, die extra zu uns nach Kempen kommen, anstatt in Düsseldorf oder Köln mitzuwirken. Das ist für uns ein besonderes Lob und Ansporn, dass der 26. Rosenmontagszug wieder einer der schönsten am gesamten Niederrhein wird.“ Beim letzten Zug gab es bei der Beschallung mit viel zu lauter und nicht sehr karnevalistischer Musik einiger Wagen von auswärtigen (Land)- Jugendgruppen und der nicht erlaubten Entsorgung von Packmaterial und Kartons auf die Straßen und Grünflachen einigen Ärger. Um dies zu vermeiden, werden laut Balters nur noch Gruppen aus dem Stadtgebiet Kempen zugelassen. Gruppen, die von auswärts kommen brauchen eine Sondergenehmigung. Auch behält sich das Zugkomitee weiterhin vor, Gruppen, die sich nicht an die Regeln aus der Vorschriftenliste halten, kurzfristig aus dem Zug zu entfernen. „Schließlich soll es wieder ein närrischer Lindwurm in gemeinschaftlicher und familiärer Atmosphäre ohne Störungen und Zwischenfälle werden“ so das Vorstandsmitglied des KKV. Hierzu zählt auch wieder das beim letzten Mal für die Innenstadt ausgesprochene Glasverbot. Was manch einer nicht bedenkt, die Veranstalter aber alle drei Jahre immer wieder herausfordert, ist das Thema der Kosten. „Ohne Sponsoring wäre der Rosenmontagszug nicht finanzierbar“ weis Balters zu berichten. „Die Kosten für die Sicherheit, Gebühren, Toiletten, Straßenreinigung und vieles mehr sind einfach da.“

    Dabei ist der KKV einer der wenigen Karnevalsgesellschaften, die den Rosenmontagszug ohne Teilnehmergebühren finanzieren kann. Durch Mitgliedsbeiträge, die Unterstützung der zahlreichen Werbepartner besonders im Programmheft, dem Erlös der Veranstaltungen auf dem Buttermarkt und im Festzelt sowie durch großzügige Spenden und die tatkräftige Unterstützung vieler ehrenamtlicher Helfer trägt sich der Rosenmontagszug gerade noch von selbst. „Es ist demnach nicht so, dass wir seitens des KKV das Geld für uns ver(sch)wenden, sondern investieren es für die Kempener Bürgerinnen und Bürger und alle, die am närrischen Treiben Spaß haben und hierhin kommen“ so der Zugleiter. Anders als in den Vorjahren verläuft der Zugweg entgegengesetzt der sonstigen und bekannten Richtung: Aufstellung auf der Vorster Straße. Los geht es dann um 12.11 Uhr über Peterstraße, Rabenstraße, Donkring, Engerstraße, Judenstraße, Buttermarkt, Ellenstraße, Möhlenring, Wambrechiestraße, Orsaystraße, Burgstraße, Thomasstraße, Am Bahnhof, Kleinbahnstraße bis zum Festzelt an der Otto-Schott-Straße, wo sich der Zug auflöst und abends der große Kostümball stattfindet. „Die ersten Anmeldungen liegen bereits vor“, freut sich Theo Balters. Wer nun selbst mit Mottowagen oder als Fußgruppe mitziehen und das Prinzenpaar Peter II. und Prinzessin Brigitte I. (Wolters) begleiten möchte, kann sich ab sofort beim KKV anmelden.

    Auf der Homepage des KKV gibt es unter www.kempener-karnevals-verein.de/rosenmontag-2020 neben Informationen auch das Anmeldeformular, welches direkt am PC ausgefüllt werden oder heruntergeladen werden kann. Man sieht, es steckt viel ehrenamtliche Arbeit hinter dem Rosenmontagszug. Doch wenn am 24. Februar wieder die „Kempsche Jecke trecke“ und es durch die ganze Kempener Innenstadt ertönt “Rot und Blau, Kempen – Helau!“, dann wissen Theo Balters, seine Vereinskollegen sowie alle Mitwirkenden, dass sich die Mühen im Vorfeld mehr als gelohnt haben. (JS)