Ehrenamt – Dienst beim DRK für die Bürgerschaft

    In der Stadt Tönisvorst sind 48 Mitglieder im Deutschen Roten Kreuz (DRK) ehrenamtlich tätig. Dazu kommen noch rund 15 Jugendliche, die sich im Jugendrotkreuz (JRK) zusammengeschlossen haben. Für unsere Serie über das ehrenamtliche Engagement in der Apfelstadt stellten sich Bereitschaftsleiter André Schwickart (45) und sein Stellvertreter Stefan Dülk (41) unseren Fragen.

    Beide kamen über den damaligen Ersatzdienst anstelle eines Einsatzes in der Bundeswehr zum Roten Kreuz, fanden Gefallen daran und blieben. Heute haben sie Führungspositionen inne. „Die Arbeit machte Spaß, die Kameradschaft war prima und ich konnte Erste-Hilfe- und andere Kurse besuchen, das gefiel mir“, erinnert sich André Schwickart. Heute bildet er selbst die Ersthelfer aus. 27 Jahre gehört er dem DRK, erst in Anrath, dann in St. Tönis jetzt bereits an. Von Beruf Kaufmännischer Angestellter, findet er noch Zeit, sich ehrenamtlich und unentgeltlich in den Dienst der guten Sache zu stellen. Er steht damit stellvertretend für seine weiblichen und männlichen Kameraden im Roten Kreuz.

    Das DRK ist in Tönisvorst hauptsächlich für Betreuung und Verpflegung, weniger für den Rettungsdienst zuständig. Größte Einsätze der letzten Jahre waren der Großbrand bei Holz Roeren in Krefeld und die Bombenentschärfung nahe dem Düsseldorfer Flughafen. Da galt es, mit anderen Einheiten gemeinsam rund 800 Menschen im Einsatz zu verpflegen, eine echte Herausforderung. Vor Ort in Tönisvorst verpflegen sie unter anderem eine Behindertensportgemeinschaft, den Dreikönigskaffee in Vorst, den Altensport in St. Tönis und vieles andere mehr. Und auch der Rat bekommt schon mal eine Suppe für längere Sitzungen. Gekocht wird aber nicht nur Erbsensuppe, wie man meinen könnte. „Richtige Gerichte kochen Annegret Backes und der gelernte Koch Markus Voss“, betont André Schwickart. Ansonsten steht natürlich Sanitätsdienst auf dem Programm. Bei Sportveranstaltungen, Festen, für Vereine, den Werbering, die Evangelische Kirche und vor allem im Brauchtum, also bei den Schützen und im Karneval, ist das DRK im Großeinsatz.

    Ebenfalls auch schon seit 20 Jahren ist der stellv. Bereitschaftsleiter Stefan Dülk im DRK tätig. Seit neun Jahren ist er Bereitschafts-Vize. Der Gruppenführer bei der DB Regio arbeitet in Düsseldorf und nimmt sich trotz der beruflichen Belastung ebenfalls Zeit für den Dienst im Roten Kreuz. „Ich lasse ungern jemand hängen, der Hilfe braucht, ich habe so ein Helfer-Gen“, sagt er schmunzelnd.

    Beide Bereitschaftsführer haben eine entsprechende Führungsausbildung absolviert. Dabei lernt man es, Konfliktsituationen zu beherrschen und alles, was man wissen muss, über Einsatz und Menschenführung. Sorgen macht beiden die Nachwuchssituation: „Wir brauchen vor allem gestandene Menschen, die Lebenserfahrung haben und uns bei unseren Einsätzen helfen können, daran mangelt es sehr. Und wir überaltern im DRK, wenn sich nicht jüngerer Nachwuchs einstellt“, betont Stefan Dülk.

    Beide Bereitschaftsleiter haben natürlich mitbekommen, dass der Respekt vor Helferinnen und Helfern in der Gesellschaft stark abgenommen hat, sagen aber übereinstimmend: „Hier in St. Tönis haben wir das aber noch nicht zu spüren bekommen. Allerdings wird unsere Arbeit oftmals als selbstverständlich angesehen“. Da beide so hilfsbereit sind, engagieren sie sich seit vielen Jahren auch noch in der DLRG, wo sie eine spezielle Erste-Hilfe- und Schwimm-Ausbildung anbieten, die aber nicht mit der DRK-Ersthilfeausbildung konkurriert.
    Beim DRK hat man auch noch andere Aufgaben: Hier werden unter anderem Zelte, Kühlanlagen und sogar ein Geschirrmobil verliehen. Es gibt also viel zu tun für die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer, die selbst Hilfe noch gut gebrauchen können. (jk-)