Für uns im Dienst: Ehrenamt bei der Feuerwehr Unterweiden

    Ralf Wynhoven, Markus Schultes und Alexander Achten vor dem Gerätehaus der Löschgruppe Unterweiden.

    Als kleinste Einheit der Gesamtwehr Kempen braucht sich die Löschgruppe Unterweiden, dennoch nicht zu verstecken. Mit knapp 40 gefahrenen Einsätzen von Anfang des Jahres bis Ende November 2019 leistet die 17 personenstarke Feuerwehrtruppe eine durchaus beachtliche Leistung. Dennoch träumt man in Unterweiden noch von Größerem. Gerne würde man das Gerätehaus erweitern, um auch Frauen in die Löschgruppe mitaufnehmen zu können, was wegen den momentanen Raumgegebenheiten nicht möglich ist. Auch neue Transport- und Löschfahrzeuge stehen auf der Wunschliste des ein oder anderen Unterweidener Feuerwehrmanns.

    Etwas verborgen steht das Gerätehaus der Löschgruppe Unterweiden am vielbefahrenen Krefelder Weg. Hinter der Toreinfahrt des Baus befinden sich ein Löschfahrzeug und ein Mannschaftstransporter. Bereits seit über 120 Jahren kümmert sich die Feuerwehreinheit um jegliche Notlagen in dem agrarisch geprägten Umfeld an der Schnittstelle zwischen St. Tönis, Krefeld und Kempen. „Gerne würden wir den Sprung von einer Feuerwehrlöschgruppe zu einem Feuerwehrlöschzug schaffen. Dafür bräuchten wir jedoch noch ein paar neue Mitglieder“, erklärt der Kopf der Löschgruppe, Ralf Wynhoven. Um als Löschzug zu gelten, muss eine Feuerwehreinheit mindestens 21 Mitglieder haben. Momentan hat die Löschgruppe 17 aktive Mitglieder. Im Laufe des kommenden Jahres sollen zwei Neumitglieder die Truppe verstärken, demzufolge fehlen den Unterweidener Feuerwehrmännern noch zwei aktive Neumitglieder, um als Löschzug zu gelten.

    Alexander Achten ist erst vor vier Monaten der Löschgruppe beigetreten. Der KFZ- Mechatroniker konnte sich für das zeitintensive Ehrenamt begeistern, weil er gerne Menschen in Notlagen hilft und die Kameradschaft der Feuerwehrtruppe schätzt. Abseits seiner beruflichen Verpflichtungen besucht der 22-Jährige noch die Meisterschule. Auf die Frage, wie Beruf, Privatleben und Feuerwehr unter einen Hut zu bringen sind, antwortet der frischgebackene Feuerwehrmann: „Man muss sich einfach für ein solches Ehrenamt Zeit nehmen und dann passt schon alles irgendwie zusammen.“

    Für Markus Schultes gehört die Vereinbarung von Beruf, Privatleben und Ehrenamt schon etwas länger zu seinem Alltag. Der 44-jährige Hauptbrandmeister und Halbbruder des Löschgruppenführers, Ralf Wynhoven, gehört der Truppe bereits seit 26 Jahren an. „Ohne eine gute Ausdauer und ohne wirklich Spaß an diesem Ehrenamt zu haben, kann man diese zeitintensive Tätigkeit nicht ausführen. Natürlich spielt die Familie auch eine wichtige Rolle. Es ist nicht immer schön, wenn mitten in der Nacht oder an Feiertagen der Alarmmelder schrill erklingt. Nicht jede Ehefrau kann sich für so ein Ehrenamt begeistern“, sagt der hauptberufliche Maschinenführer.

    Ralf Wynhoven leitet seit 2015 die momentan 17 mannstarke Truppe. Der Angestellte der Stadt Kempen und derzeitige Schützenkönig von Unterweiden gehört seit 31 Jahren der Löschgruppe an. Genau wie sein Bruder hat auch er in den zahlreichen Dienstjahren vieles erlebt und die Wandlungen des Ehrenamtes in diesem Zeitraum hautnah mitgemacht. „Was über all die Jahre hinweg gleichgeblieben ist, ist die Kameradschaft untereinander. Dabei schließen wir jedoch Interessierte und Neumitglieder nicht aus, sondern sind durchgängig für jeden offen, der sich unserer Truppe anschließen möchte“, sagt Ralf Wynhoven. (JDD)