Hülser Krippenfreunde: Seit 1985 stellen Krippenfreunde in St. Cyriakus Krippenbild auf

    Der Aufbau und die dahintersteckende Symbolik der Hülser Weihnachtskrippe ist eine kleine Wissenschaft für sich. Alljährlich stellen die Hülser Krippenfreunde mit viel Liebe zum Detail und Herzblut das Weihnachtsgeschehen in der St. Cyriakus Kirche nach. Die Figuren, die schätzungsweise zwischen 150 und 200 Jahre alt sind, werden dabei sorgsam gehegt und gepflegt, um sie für die kommenden Generationen zu erhalten. Dabei haben die Krippenliebhaber über die Jahre ihrer Tätigkeit hinweg dem christlichen Geschehen eine deutliche Hülser Note verliehen.

    Pünktlich zum ersten Advent ist die Hülser Weihnachtskrippe aufgebaut. Die Josef- und Maria-Abbildung stehen auf ihren angestammten Plätzen. Auch der Kameltreiber und die Hirten mit ihren zahlreichen Schäfchen dürfen beim Gesamtensemble nicht fehlen. Auf das Jesuskind und die Heiligen Drei Könige muss der Betrachter der christlichen Szene noch etwas warten. Erst an Heilig Abend, beziehungsweise am Feiertag der drei großen Könige, werden die fehlenden Figuren hinzugefügt. Insgesamt hat das Hülser Krippenbild 12 Großfiguren wozu noch eine hohe Anzahl an Schafe hinzukommen. Alle Figuren bestehen aus Massivholz.

    Ermöglicht wird der Aufbau durch die Hülser Krippenfreunde, die sich seit 1985 um den Aufbau und die Instandsetzung der Figuren und des Bühnenbildes kümmern. Die Gründungsbesetzung der Weihnachtsliebhaber fand während einer Pilgerreise nach Rom zusammen. Es folgten gemeinsame Treffen und Reisen, bei denen sie sich vor allem rund um das Thema Weihnachtskrippe austauschten. Recht zügig engagierten sich die gläubigen Katholiken auch beim Aufbau der Hülser Krippe, um den sich damals ausschließlich die „Renterband“ der Kolpingfamilie gekümmert hatte. Relativ rasch übernahm die engagierte Truppe die Verantwortung für das Hülser Krippengeschehen.

    „Die Figuren waren, als wir mit unserer Arbeit anfingen, noch mit einer nicht originalgetreuen Lackfarbe bestrichen. Uns war es ein wichtiges Anliegen, den farblichen Originalzustand aller Abbildungen wiederherzustellen“, erklärt der Krippenfreund der ersten Stunde, Paul Koenen. Von 1987 bis 2003 wurden alle Standbilder aufwendig in Oberammergau, dort wurden sie auch ursprünglich geschnitzt, restauriert. Dabei wurde in penibler Kleinstarbeit die aufgetragene Lackfarbe bis zum Erscheinen der Grundfarbe entfernt. Nach der aufwendigen Prozedur strich der Restaurator die Statuen in originalgetreuer Farbpracht nach. Die fehlende Hirtenjungen-Figur – liebevoll von den Hülser Krippenfreunden „Bübbele“ genannt – wurde ersetzt. „Finanziert wurde die gesamte Wiederherstellung des Originalzustandes aus dem Opferstock, der jede Weihnachtszeit vor der Krippe steht. Anhand der hohen Spendenbereitschaft kann man ablesen, wie wichtig den Hülsern ihre Krippe ist“, sagt der Maschinenbauer.

    Doch die Krippenfreunde stellten nicht nur den Originalzustand der Gesamtdarstellungen wieder her, sie gaben dem Krippengeschehen auch eine Hülser Note. Mittels vieler Tag- und Nachtschichten baute die Truppe die Hülser Klausur in Miniaturform nach, um darin die Weihnachtsgeschichte zu positionieren. Dabei wurden die Figurengröße und der Maßstab der neugeschaffenen Kulisse aufeinander abgestimmt, um ein authentisches Gesamtbild wiederzugeben. „Wir hatten anstatt der Mini-Klausur die Figuren auch schon mal in einem Krippenstall aufgestellt, jedoch wollten die Hülser die Klausur für die kommende Weihnachtszeit zurückhaben“, berichtet der Krippenliebhaber, Paul Koenen. (JDD)