KEMPEN: Nick Zanetti vernetzt rund 13.500 Kempener

    Seit dem Jahr 2012 betreibt der Kempener Nick Zanetti ehrenamtlich die Facebook-Gruppe „Du kommst aus Kempen, wenn…“. Unterstützt wird er dabei von seiner Verlobten Cassandra Reichle und zeitweise durch seine Mutter Silke Zanetti, Inhaberin vom Radieschen auf der Judenstraße. Die ursprüngliche Idee zur Gründung der Facebook-Gruppe kam vom ehemaligen Geschäftsführer im Autohaus Gossens, Wolfgang Kroll. Der 30-Jährige Zanetti, der sich auch in seiner Freizeit für Auto und Motorsport interessiert, arbeitet dort als Verkaufsberater. Die Idee schlug ein wie eine Bombe. Nach nicht mal einer Woche hatte die Gruppe bereits knapp 2.000 Mitglieder. Die damalige Idee war es Kempenern und die, die es mal waren eine Plattform zu bieten auf der sich im Internet wieder getroffen werden konnte. Man konnte sich über alte Zeiten austauschen, zum Beispiel über das legendäre KK-Center, das Kempener Urgestein Ferdie oder einfach die Abschlussklasse aus 1979 zu finden. Neun Jahre später schaut Zanetti auf knapp 13.500 Mitglieder, davon knappe 10.000 aus direkter Umgebung, 3.000 monatliche Beiträge und ungefähr 12.500 Reaktionen pro Monat. Die Gruppe ist mittlerweile die erste Anlaufstelle, wenn es um lokale Ereignisse jeglicher Art geht. Egal zu welcher Tages- und Nachtzeit, rund um die Uhr ist die Gruppe geöffnet und bietet Informationen, sei es zu einem nächtlichen Sirenenalarm oder die Frage nach dem besten Bäcker der Stadt. Leider hat die Gruppe mit einer so großen Community auch Schattenseiten. Beispielsweise böswillige Kommentare, unverschämte Beleidigungen auch gegenüber den Admis oder im schlimmsten Fall fremdenfeindliche Parolen. „Mit den Jahren mussten wir feststellen, dass Social-Media mittlerweile für viele eine „gesichtslose“ Plattform bietet, um ihrem grenzüberschreitenden Verhalten freien Lauf zu lassen. Aus diesem Grund haben wir uns vor geraumer Zeit dazu entschlossen, dass alle Beiträge sowie jedes neue Mitglied durch einen Admin bestätigt werden muss. Dies bedeutet für uns erhebliche Mehrarbeit“, so Zanetti. Die Notwendigkeit ergab sich aus einem Vorfall im Jahr 2015, als die Gruppe einen rasanten Anstieg um 500 Mitglieder, vermeintlich aus dem rechten Spektrum, erhielt. Die Löschung dieser „Mitglieder“ hat den Admins knapp zwei Tage und Nächte gekostet. Nach diesem Ereignis dachten die Admins einige Male darüber nach, diese Gruppe zu löschen. Doch die Gruppe bietet auch schöne Momente, beispielsweise wenn der vermisste Hund durch die Community wieder zu seinem Herrchen und Frauchen gelangt, das verloren gegangene Babyspielzeug wieder seinem kleinen Besitzer übergeben wird oder alle darüber informiert werden wann die erste Eisdiele dieses Jahr wieder die Türen öffnet. (tob)