Leidenschaftlicher Modellbauer: Seit mehr als 25 Jahren Krippenlandschaft im Ristorante Da Capo

    Ciro und Maria Di Marino

    „Presepe di Ciro“, zu Deutsch „Die Krippe von Ciro“, steht auf einer Holztafel hoch über der
    Krippenlandschaft. An der achtmeterlangen Miniaturwelt erfreuen sich alljährlich viele Gäste des italienischen Restaurants Da Capo am Hülser Markt. In liebevoller Kleinstarbeit hat Seniorchef Ciro Di Marino eine kunterbunte Miniaturwelt geschaffen. Eine Tradition, die der Gastronom von seinem Vater und seiner süditalischen Heimat mit nach Hüls brachte.

    Wenn Maria Di Marino ihren Ehemann sucht, dann weiß sie meistens direkt, wo sie ihn findet. Der leidenschaftliche Modellbauer bastelt in seiner heimischen Garage an seinem nächsten Miniaturkunstwerk herum. In den rund 30 Jahren seiner Hingabe für den Modellbau hat der Restaurantbesitzer schon so Manches entworfen. Von kleinen Häusern, die an die süditalienische Heimat des 74-Jährigen erinnern, und Windmühlen, welche sich mittels eines eingebauten Elektromotors drehen, bis hin zu Brunnenanlagen mit funktionierenden Wassersystem war schon alles dabei. Die im überdachten Außenbereich des Restaurants Da Capo aufgebaute Miniaturwelt des gebürtigen Italieners gibt nur einen Ausschnitt dessen wieder, was der Modellbauer in gut 25 Jahren geschaffen hat. „Das Hobby habe ich von meinem Vater übernommen. Auf unserem Bauernhof in Süditalien hat er ein eigenes Zimmer gehabt, in dem er Jahr für Jahr immer wieder neue Modelle gebaut hat. Präsentiert wurden die Modelle dann zur Weihnachtszeit“, erklärt Ciro Di Marino. Die süditalienische Heimat der Restaurantbesitzer ist weltweit für ihre exzellenten Krippenbauer und Holzschnitzereien bekannt. „In Italien hat man traditionell keinen Adventskranz, daher steht die Krippenlandschaft im Zentrum der Weihnachtsdekoration“, erklärt Maria Di Marino die italienische Leidenschaft für die Krippenbauten.

    Ähnlich wie sein Vater gibt sich der fleißige Modellierer, mit dem Geschaffenen nicht zu frieden. Jedes Jahr wird die Krippenlandschaft anders aufgestellt und einige Modelle kommen hinzu, während andere wiederum in den Aufbewahrungskisten bleiben. Der Aufbau der rund 30 Einzelmodelle nimmt einige Stunden, wenn nicht sogar Tage, in Anspruch.

    Viele Modelle werden durch Motoren aus elektrischen Rollladensystemen angetrieben, welche an 10 Volt-starke Elektrokabel angeschlossen sind. „Jedes Modell entsteht bei mir ohne Zeichnung. Ich fange an und finde für jedes Problem die letztendlich passende Lösung“, erklärt der gebürtige Süditaliener. So baut der 74-Jährige aus Champignon-Kisten die Fenstergitter für seine Minihäuser. Dabei schneidet er zuerst die Kistenstücke in passender Größe aus, um sie danach anzustreichen und sie letztendlich an das Kleinkunstwerk anzubringen.

    Neben der Modellbaulandschaft für sein Restaurant baut der Gastronom auch für viele seiner Gäste eigene Krippenställe, dafür verlangt er eine Spende an die Wohltätigkeitsorganisation Heshima-Kinderförderung e.V., die Bildungs- und Sozialprojekte für Kinder in Kenia unterstützt. Außerdem verkauft der Seniorchef, ebenfalls gegen eine Spende an das Hilfsprojekt, zahlreiche Gegenstände, die er über die Jahre gesammelt hat. Präsentiert werden die Gegenstände rechts neben der Krippen- und Miniaturwelt. Unter anderem sind goldstrahlende Kerzenständer, Nussknacker und weitere Weihnachtsdekorationsgegenstände dabei. „Mir ist schnelles und konsequentes Anpacken und Mithelfen wichtig; wenn ich ein Problem sehe, dann muss ich es auch direkt lösen. Darum spenden wir zum Beispiel zusammen mit dem Autohaus Ford Hoebertz und einem Hülser Dachdecker den Weihnachtsbaum für das Hülser Rathaus“, erklärt der Modellbauer und Restaurantbesitzer. (JDD)