„life“ im Gespräch: Philipp Kraft – Parteivorsitzender der CDU Kempen

    Der Parteivorsitzende der CDU wird als möglicher Kandidat für das Amt des Kempener Bürgermeisters gehandelt. Im Gespräch mit „life“ hielt sich Philipp Kraft zu diesem Thema allerdings bedeckt. „Diese zentrale Personalentscheidung wird unsere Partei durch ihre Mitglieder in der zweiten Jahreshälfte treffen“.

    Einen Gegenkandidaten gibt es bereits: Mit Christoph Dellmans, der bisher für Marketing und Pressearbeit in der Stadtverwaltung zuständig ist, haben SPD und Grüne bereits einen gemeinsamen Kandidaten für die Kommunalwahl, die im Herbst 2020 stattfindet, präsentiert.

    Es mache ihm viel Freude, politisch für die Stadt Kempen zu arbeiten, die er „sehr attraktiv und lebendig“ findet und in der mit seiner Familie sehr gerne lebt. „Kempen ist ein ausgezeichneter Familien- und Wirtschaftsstandort“, sagt Philipp Kraft und nennt folgende aktuelle Themen, die er angehen und weiter entwickeln möchte:

    Bildungsstandort gestalten und Kinderbetreuung sicherstellen: „Bildung und qualifizierte Betreuung unserer Kinder sind sowohl für Familien, als auch für Unternehmen von herausgehobenem Interesse“, betont Kraft. Daher sei es klar, dass hier alle Beteiligten konstruktiv an einem Strang ziehen müssen, um pragmatisch Fortschritte zu erzielen.

    Aktuell stehen beispielsweise konkrete Maßnahmen bei den weiterführenden Schulen an. Nachdem ein aufwendiges Gutachten die Sanierungsfähigkeit aller betreffender Schulgebäude herausgestellt habe, gelte es nun unter Einbindung der pädagogischen Konzepte der Schulleitungen, mit den baulichen Planungen und Maßnahmen loszulegen und die schulische Infrastruktur entsprechend zu gestalten.

    Wohnraum schaffen: Zu dem im Moment heiß diskutierten Thema “Wohnraum“ plädiert Philipp Kraft bezüglich des geplanten Wohngebietes im Kempener Westen für einen sogenannten “Viertel-Mix“: eine gesunde Mischung aus Einfamilien-, Doppel-, Reihen- und Mehrfamilienhäusern. Im Zuge dessen hält er eine Kooperation mit der Gemeinnützigen Wohnungsgesellschaft auf Kreisebene für sinnvoll, um auch geförderten Wohnraum effektiv und zeitnah entwickeln zu können.

    Aktive Wirtschaftsförderung: „Ein Querschnittsthema und für Kempen von existentieller Wichtigkeit“, stellt Kraft fest. Kempen erhalte nun endlich einen eigenen Wirtschaftsförderer, der vor allem für die Bestandspflege heimischer Unternehmen von Bedeutung sei. Regional müsse man zudem verstärkt mit der Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Kreises Viersen zusammenarbeiten.

    Weichen für die Neuausrichtung der Verwaltung stellen: Die Führungsebene der Stadtverwaltung steht vorgroßen Umwälzungen. Nicht nur Bürgermeister Volker Rübo tritt nicht mehr an, es gehen auch wichtige Führungskräfte in den Ruhestand. Es wird angesichts der Lage auf dem Arbeitsmarkt sicherlich eine Herausforderung, gutes Personal für den anstehenden Wechsel zu bekommen. Philipp Kraft zeigt sich dennoch zuversichtlich, dass Kempen als Stadt und mit seinen Potenzialen attraktiv ist, um die Verwaltung um motivierte und gute neue Führungskräfte zu ergänzen. Neue Leute seien immer auch eine Chance für neue Sicht- und Arbeitsweisen sowie Gestaltungsmöglichkeiten im Interesse der Bürgerinnen und Bürger der Thomasstadt, unterstreicht der Kempener CDU-Chef. (jk-)

    Zur Person Philipp Kraft ist 45 Jahre alt, wuchs in Kempen auf und lebt mit Frau, Sohn und Tochter im Kempener Süden.

    Politik: 1998 trat er in die CDU ein. Als stellv. Parteivorsitzender und Ratsherr (2004 bis 2010)brachte er sich ehrenamtlich in Neukirchen-Vluyn ein und gehörte nach seiner Rückkehr nach Kempen 2014und 2015als Abgeordneter dem Kreistag in Viersen an, ehe sein Arbeitgeber ihn beruflich an den Firmenstandort im Kreis Starnberg abordnete und er sein Mandat deshalb zurückgab. Seit September 2018 ist er Parteivorsitzender der CDU in Kempen.

    Beruf: Philipp Kraft studierte an der Bundeswehr-Universität in Hamburg Politik und erhielt später zudem ein BWL-Zertifikat der Fern Universität in Hagen. Er war Offizier bei der Bundeswehr, brachte es dort bis zum Hauptmann, arbeitete in dieser Zeit u. a. als Referent in der CDU-CSU-Arbeitsgruppe Verteidigung im Bundestag mit und leitete das Büro für Öffentlichkeitsarbeit der Bundeswehr in Düsseldorf. Beruflich machte Philipp Kraft dann in verschiedenen Führungsfunktionen im Vertrieb und Personalwesen weiter Karriere. Heute ist er Personalmanager beim Weltkonzern 3M am Hauptverwaltungsstandort der Central Europe Region in Neuss. (jk-)