Linner Nachtwächter erhält Preis für Bürgerschaftliche Selbsthilfe 2018 – OB am Pranger

    Foto: Stadt Krefeld

    Im Rahmen einer Feierstunde im Historischen Ratssaal hat Oberbürgermeister Frank Meyer die Preise für „Bürgerschaftliche Selbsthilfe 2018“ überreicht. Die eigens für diese Auszeichnung gebildete Jury hatte vorgeschlagen, die Aufteilung des Preises wie folgt vorzunehmen: Der Lehrer Thomas Müller wurde für sein langjähriges besonderes kulturelles Engagement „Künstlergespräche“ mit 1500 Euro bedacht, der Blinden-Fürsorgeverein sowie das Linner Nachtwächterteam erhielten jeweils 500 Euro. Der Stadtrat war mit einstimmigem Beschluss der Empfehlung der Jury gefolgt. Im Hinblick auf den Preis erklärte Meyer: „Er ist der Versuch, jenen Menschen, die sich unermüdlich und unentgeltlich für unser Gemeinwesen einsetzen, ein bisschen zurückzugeben. Er ist der Versuch, Anerkennung genau dort auszusprechen, wo sie nicht unbedingt erwartet wird. Denn viele, die den Preis bekommen, sind Überzeugungstäter im besten Sinne – sie engagieren sich nicht, weil sie gelobt werden wollen, sondern weil sie an ihre Sache glauben.“ Anschließend würdigte er die Verdienste der Preisträger und dankte ihnen im Namen der Stadt für ihren Einsatz.

    Meyer wurde am Rande der Verleihung in den Pranger gesteckt, weil er das Preisgeld nicht in bar dabei hatte und „die Linner über Jahrhunderte schlechte Erfahrungen mit den Krefelder Stadtoberhäuptern gemacht hatten.“ Dies konnte Nachtwächter Heinz-Peter Beurskens anhand einer Reihe historischer Begebenheiten erläutern. Aber die Linner zeigten sich dann doch nachgiebig. Als Frank Meyer versprochen hatte, eine Nachtwächterführung mit ihm als Hilfsnachtwächter zur Finanzierung der Reparaturen an den Musikinstrumenten im Jagdschloss durchzuführen, wurde er schließlich wieder befreit.

    Museumschefin Dr. Jennifer Morscheiser erklärte sich spontan bereit, bei dieser besonderen Führung auch das Musikzimmer im Jagdschloss zu öffnen und bei der Vorführung mitzuwirken. Jetzt hoffen alle, dass sich eine Reihe von Sponsoren finden, die diesen besonderen Abend mit dem Oberbürgermeister zugunsten des Museums verbringen wollen.