Schon gehört? Stefan Erlenwein betrachtet als Breetlookman Hüls

    Der Breetlooksman sitzt gerade in der Reha am Möhnesee und hält bei tollem österlichen Frühlingswetter seine Füße in den kühlen See, um sich in Ruhe Gedanken um seine erste Kolumne im Hüls life zu machen. Da frag ich mich doch glatt: Gibt et eigentlich was Schöneres als seinen Körper von natürlich kaltem Wasser umspülen zu lassen? Bis zu den Knien sind die Beine drin, ich seh‘ schon fast meine Füße nicht mehr. Herrlich!

    Erst hatte ich als Hülser ja ein wenig Sicherheitsbedenken wegen der mangelnden Sichttiefe in diesem Gewässer, aber wissen Sie wat? Dat interessiert hier im Sauerland keine Sau, woll?

    Und das obwohl dieser künstlich angelegte Stausee weiß Gott kein Naturbad ist. Er hat sogar einige befestigte Umrandungen, an denen man sich ganz bestimmt die Füße stoßen kann.Aber ich sach Sie wat: dat interessiert im Sauerland keine Sau, woll? Und in dem tollen Strandbad im beschaulichen Möhnesee-Wamel (fahren Sie da mal hin, et lohnt sich) gibt es noch nicht mal einen Bademeister. Wer hier schwimmt, wird vom Betreiber freundlich aufgeforert, auf sich und seine Füße und sogar auf andere aufzupassen. Und ganz nebenbei kriegt man vom selbigen noch nen leckeren Cocktail aus der reichhaltigen Karte angeboten. Oh Mann, von Pina Coladaleicht angesäuselt ins Wasser hüpfen? Ja, haben die se noch alle hier am Möhnesee? Naja, ich glaub, dat interessiert hier im Sauerland keine Sau, woll? Sogleich muss ich an unser schönes Hüls und sein einzigartiges Freibad denken, mit dem trüben, kühlen Wasser, in dem ich einst noch halb angetrunken am Tag nach einem zünftigen Abend im Flo mit knappen 30 Lenzen mein Seepferdchen nachgeholt habe, indem ich aus dem großen Becken vom tiefen Grund eine Hand voll dreckigen Kies hochtauchen musste. Jibtet den schmutzigen Kies überhaupt noch? 10 Sekunden war ich unter Wasser, ohne dass mich jemand sehen konnte, aber ich habet geschafft, dank jahrelanger akribischer Vorbereitug beim Eckentauchen mit meinen Kumpels, was im Hülser Freibad so wunderbar funktionierte, weil man ja nicht sehen konnte, wo der Kumpel gerade hin taucht. Mensch, hab ich mich manchmal gewundert, wo mein Kumpel Steve auf einmal wieder auftauchte. Dat Stück konnte der doch unmöglich in der kurzen Zeit getaucht sein. Näh, wat hatten wir Freud! Ein Hoch auf die mangelnde Sichttiefe!

    Nicht auszudenken, wie et wär‘, wenn unser Freibad mal modern neu gestaltet werden müsste. Am besten noch mit warmem, gechlortem Wasser und nem Becken aus feinstem Edelstahl. Da würde doch keine Ente mehr reinfliegen, ohne zu denken, sie landet im übergroßen Kochtopf. Mit wem sollte man denn dann Wettschwimmen veranstalten, wenn
    selbst die Enten nicht mehr kämen? Achja, aber wisst ihr wat? Hier im Sauerland interessiert sowat glaub ich keine Sau, woll?

    In diesem Sinne, macht et euch nett bis zur nächsten Kolumne am 10.07. Euer Breetlooksman