Vom heimischen Hülser Acker

    Der erste Salat auf dem heimischen Küchentisch

    Wenn Wolfgang Wulff neuerdings der Hunger überkommt, hat es der Hülser nicht mehr weit. Zusammen mit seiner Frau und seinen zwei erwachsenen Kindern hat sich der 65-Jährige eine der 48 Quadratmeter großen Parzellen auf dem Land der Familie Vennekel gemietet. Von seinem Wohnort an der Dünkirchener Straße sind es nur ein paar Meter, um auf dem Acker an der Ecke zur Venloer Straße das eigene Gemüse zu ernten. Die ersten der selber angebauten Salate landeten bereits auf dem heimischen Küchentisch, das Ergebnis passte, Wulff sagt: „Wir essen gerne frisches Gemüse und wir haben schon gemerkt, dass es ganz anders schmeckt, als aus dem Supermarkt. Es ist viel frischer und erdiger.“ Nachdem die Familie auf die Anzeige aufmerksam geworden ist, entschied man sich schnell und wagte den Versuch mal das eigene Gemüse anzupflanzen. „Ich bin absoluter Anfänger“, sagt Wulff, der aber schon nach einigen Wochen dazugelernt hat und sagt: „Es ist wahnsinn wie schnell alles wächst. Es ist eine gute Erfahrung, die man hier machen kann.“ Im Vorfeld pflanzte die Familie Vennekel klassische Gemüsesorten wie diverse Kohlarten, Kartoffeln, Brokkoli, Möhren oder verschiedene Salate an. Ergänzend können die Inhaber der Parzellen weitere Sorten auswählen und selber anpflanzen. Bei Wolfgang Wulff fiel die Wahl unter anderem auf Paprika und Chili, seine Zuversicht hält sich dabei aber noch in Grenzen: „Ich bin mir um ehrlich zu sein noch nicht sicher, ob das auch wirklich etwas wird“, sagt der Hülser. Bis zur deren Ernte dauert es ohnehin noch etwas, den Salat für das Mittagessen holt sich Wulff aber schon jetzt mit dem Fahrrad ab. (tin)

     

    Herantasten an Kräuter und Urmöhre

    Bei der Familie Neuhausen fiel die Entscheidung erst vor kurzer Zeit. Nachdem Tanja Neuhausen auf das Projekt aufmerksam geworden ist, überlegte sie zusammen mit ihrem Mann Daniel eine Parzelle auf dem Acker der Vennekels zu mieten. Letztendlich entschieden sich die Neuhausens dafür, vor allem aufgrund ihrer beiden Kinder, Lilly und Lotte. „Durch Corona stehen die Kindergärten ja noch ein wenig still und wir denken, dass es eine gute Idee ist, die Kinder so mal ein wenig an die Natur heranzuführen und ihnen einige Dinge beibringen zu können“, sagt Daniel Neuhausen. Dabei ist der Anbau vom eigenen Gemüse auch für den 43-jährigen absolutes Neuland. Einen Garten besitzen die Hülser nicht, auf dem Acker wird nun zum ersten Mal in Eigeninitiative angebaut. Weil die Neuhausens erst relativ spät mit dem Projekt angefangen haben, können erste Salate, die von der Familie Vennekel vorgepflanzt wurden, schon geerntet werden. Darüber hinaus fiel die Wahl neben einigen Kräutern auch auf Produkte wie die Urmöhre. Daniel Neuhausen sagt: „Wir sind gerade dabei uns zu informieren, wann etwas reif ist und wie man generell vorgeht. Da muss man sich erstmal ein wenig hereindenken, aber es macht uns schon jetzt unglaublich viel Spaß.“ (tin)

     

    Mit Bierchen in Gemeinschaft auf dem Acker

    Um sich eine Parzelle auf dem Acker der Familie Vennekel zu mieten, muss man kein Hülser sein. Das beste Beispiel sind die beiden Freunde Christian Ritter und Dirk Schittges aus Uerdingen und Tönisberg. Beide bezeichnen sich als „leidenschaftliche Esser“, als Ritter in der Zeitung vom Projekt erfuhr, kontaktierte er daraufhin seinen Kumpel, der sagt: „Es war eigentlich relativ spontan, aber ich hab schnell gesagt, dass ich dabei bin. Uns geht es dabei zum einen um die Nachhaltigkeit und die Verbundenheit zum Bauern. Zum anderen finden wir aber auch einfach mächtig Spaß daran.“ Ein bis zweimal die Woche treffen sich die beiden die Freunde so in Hüls, nehmen am Wochenende auch gerne mal ein Bierchen mit und verbringen so ihre Freizeit auf dem Acker. Dabei lernten die beiden neben der Art und Weise, wie man das eigene Gemüse anbaut, auch andere Leute kennen. Schittges: „Man kommt hier schnell ins Gespräch und hilft sich gegenseitig. Da hat sich schon eine kleine Gemeinschaft gebildet und der kommunikative Aspekt bei diesem Projekt macht die ganze Sache noch besser.“ Während Schittges schon früher mal das ein oder andere Gemüse anbaute, ist Ritter kompletter Anfänger. Gerade deshalb wollen die Freunde beim Anbau einiges ausprobieren und pflanzten eine ganze Bandbreite von Obst und Gemüse an: „Wir haben unter anderem Buschbohnen, Chilis, Süßkartoffel, Zucchini aber auch Melone. Mal schauen, wie das alles wird“, schmunzelt Schittges. (tin)